Ein Blog über die Themen LowCarb, Ernährung und Psyche.

Freitag, 12. Juli 2013

zwanghaftes Essen

Im letzten Post (Diät) habe ich über die Folgen geschrieben, welche ein negativ belastetes Wort haben kann. Heute möchte ich noch etwas näher darauf eingehen...

Wie schon berichtet, bereitete mir das Wort "Diät" echte Probleme. Heißhunger, Unzufriedenheit, Versagensängste...

Das Problem hierbei war nicht nur, dass ich immer genau das Essen wollte, welches "verboten" war. Das nächste Problem war, dass ich mich damit enorm unter Stress gesetzt habe. Psychostress...

Warum war dies ein Problem?

Ich möchte folgendes beschreiben: Ich beschloss eine Diät zu machen. Keine Pommes, keine Schokolade, keine Pizza, usw. sollte es mehr geben. Nur noch "gesundes kalorienarmes Futter". O. K. - kein Problem. Bei jedem auftauchenden Hunger habe ich daran gedacht: Keine Pommes, keine Schokolade, keine Pizza...

Schwupps - die Gedanken an eben diese Lebensmittel beschäftigten mich folglich mehrmals täglich. Immer wenn ich Hunger hatte, dachte ich an Pommes, Schokolade, Pizza... Manchmal so intensiv, dass ich die Speisen richtig visualisierte, roch und fast auf der Zunge schmeckte.

Ich konnte widerstehen - einmal - zweimal - manchmal sogar öfter. Aber einfach niemals lange genug! Dann futterte ich es halt doch. Was folgte war das Gefühl versagt zu haben und es eh nicht zu schaffen. Dann hab ich die "Diät" abgebrochen und das Frustfressen begann...

Dieser Bereich spielt in der Ernährungspsychologie eine sehr große Rolle und wird seit langem erforscht. Es handelt sich hierbei um ein sogenanntes zwanghaftes Essen - restraint eating. Ich könnte Seiten damit füllen genau zu erklären was das ist und wie es entsteht. Das ist aber nicht der Sinn dieses Post. Ich weiß, dass es vielen Menschen mit Übergewicht genau so geht wie mir damals. Dieses Denken und Verhalten ist nicht ungewöhnlich. Mit diesem Post möchte ich dieses Gefühl von meiner Seite beschreiben und Euch zeigen: Ihr seit nicht alleine. Und ja, es gibt Wege aus diesem Denken!

Überwunden habe ich das Problem erst, als ich eine Liste mit erlaubten Lebensmitteln hatte und das Wort Diät ersetzt habe. Ich habe ja mit Dukan begonnen und da gibt es eine solche Liste. Über 100 Lebensmittel, die man futtern darf. Ich hatte die Liste am Kühlschrank hängen und eine Kopie davon im Geldbeutel. Es war nicht mehr nötig an das zu denken, was ich nicht darf. Ich habe immer vor mir gesehen, was ich darf und fragte mich oft: "Wann soll ich denn das alles essen?"

Die Liste im Geldbeutel erleichterte mir in der Anfangszeit das Einkaufen. Ich musste im Laden nicht mehr nachdenken, sondern marschierte gezielt zu den "erlaubten" Lebensmitteln.

Solch eine Liste kann sich jede(r) selbst erstellen. Nach eigenen Parametern. Mir hat es sehr geholfen.

Auch heute, nach Erreichen meines Wunschgewichtes, habe ich eine solche Liste. Sie hängt zwar nicht mehr sichtbar an der Kühlschranktür, aber sie ist in meinem Kopf. All die leckeren Dinge die ich futtere ohne darüber nachzudenken wie viel, wann... Der Gedanke an Nahrungsmittel, die ich nicht futtere, kommt nicht auf. Ich esse einfach von der Liste was mir schmeckt und auch soviel, wie ich davon möchte. Das sind mal kleine Portionen und manchmal so große, dass sich manch ein Holzfäller oder Bauarbeiter fragt, wie so eine kleine Frau so viel futtern kann... :-)

Kommentare:

  1. Hallo Tanja!

    Ich hab gerade echt geschmunzelt... genau. Diät ist schon das Problem, darum spreche ich immer von Ernährungsumstellung. Ich will in meinen Körper nix mehr "reinstecken", was nicht gesund für ihn ist.. ich habe immerhin von 119,5kg auf 84,9 kg (5 möchte ich noch) abgenommen... ohne Rückfall ohne Heißhunger - und nach den gleichen Prinzipien wie Du!

    LG
    Chrissi

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    1. Hallo Chrissi,

      meinen Respekt für die Abnahme :) Gell, jeder muss so seine kleinen "Tricks" und "Selbsthilfe" finden. Dann ist es gar nicht mehr so schlimm... Und wenn man erst mal angefangen hat, sich etwas Gutes zu tun, dann (find ich) geht es eh fast von alleine und ohne Verlustgefühle.

      Wünsch Dir für die verbleibenden 5 viel Erfolg und Spaß bei der Sache!

      LG Tanja

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  2. Hallo Tanja

    Ich möchte Dir einmal meinen herzlichen Dank aussprechen. Deine Seite ist klasse. Du hast mich voll motiviert und ich habe schon 10 kg abgenommen. jetzt muß ich noch die letzten 5 kilo anpacken und dann ist es gut. Ich bin 56 jahre und habe schon seit der Pubertät Übergewicht und es nie geschafft dauerhaft schlank zu sein. Zu meinem Übel kommt, daß ich eine Bäckerei hatte und somit in der Kohlenhydratfalle gesessen bin. Jetzt bin ich berufstätig in einer anderen Branche und habe nichts mehr mit Essen zu tun.
    Ich stimme Dir in allem zu und kann deine Erfahrungen nur teilen. Ich mache auch jeden Tag 400 Swings mit dem Kettlebell und dazu noch 25 Minuten Hulahoop Training. Das strafft enorm und wirkt Wunder. Außerdem ist es billig und man kanns zu Hause machen. Außerdem habe ich noch eine Australian Shepard Hündin zum beschäftigen.
    Für mich sind Deine Tipps Gold wert, denn ich bin schwerbehindert und habe schon 3 Prothesen an den Gelenken. Diese Sportarten kann ich aber trotzdem gut machen. Jetzt fühle ich mich jung und fit. Also ich danke Dir vielmals für Deine Motivation und wünsche Dir viel Erfolg mit Deiner Seite.Vielleicht kannst du damit auch ein berufliches Standbein aufbauen.
    Mit freundlichen Grüßen aus Reutlingen sendet Angelika

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    1. Guten Morgen Angelika,

      boah, das ist ein Kommentar, bei dem ich Gänsehaut bekomme. Es freut mich total, dass ich Dich motivieren kann :)Glückwunsch zu Deinen verlorenen Kilos! Ich finde es toll, wenn Du Dich in Deinem Körper jetzt wohl fühlst. Ich kenne dieses Gefühl und es ist total schön!
      Ja, das mit dem beruflichen Standbein schwirrt mir schon ne Weile durch den Kopf. Ich weiß nur noch nicht, wie ich es genau anpacken soll... Aber auch da findet sich sicherlich ne Lösung.
      Ich habe mir sehr über Deinen Kommentar gefreut. Solch offene Worte motivieren mich :)
      Liebe Grüße Tanja

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