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Dienstag, 21. Mai 2013

Was ist eigentlich Rhabarber?


"Wurzel der Barabaren" oder um es auf Lateinisch zu sagen "Rheum rhabarbarum", von uns einfach Rhabarber genannt. Ist er ein Obst oder Gemüse? Kann man etwas gegen den sauren Geschmack machen? Diesen Fragen möchte ich heute auf den Grund gehen.



Irrtümlicher Weise wird Rhabarber oft für Obst gehalten. Botanisch gesehen, zählt er jedoch zu der Familie der Knöterichgewächse, den Staudengemüsen - ja, zu den Gemüsen.

Seit dem 18. Jahrhundert ist der Rhabarber in Europa bekannt. Ursprünglich stammt er aus der Himalajaregion. Von dort kam er nach Russland um letztendlich auch bei uns zu landen. In Tibet wurde die gesundheitsfördernde Wirkung des Rhabarber schon vor 5000 Jahren genutzt. Aus den Wurzeln wurden Pulver gegen Darmträgheit und die Pest gewonnen.

Erntezeit des Rhabarber ist bei uns von April bis zum 24. Juni. Danach ist der Oxalsäuregehalt des Gemüses zu hoch um es noch bedenkenlos zu verzehren.

Der jung geerntete Rhabarber schmeckt mild. Mit zunehmendem Alter nimmt der Säuregehalt zu. Sorten mit grüner Haut und grünem Fleisch enthalten die meiste Säure. Rhabarber mit roter Haut und grünem Fleisch ist wesentlich milder. Am seltensten ist die Sorte mit roter Haut und rotem Fleisch. Diese hat ein himbeerähnliches Aroma.

Rhabarber ist besonders reich an Vitamin C, Natrium und Kalium. Dadurch hat er das Potential unser Immunsystem zu stärken, wirkt entwässernd, fördert den Nährstofftransport im Blut und regt die Darmbewegung an. Desweiteren hat er eine blutreinigende Wirkung. Selbstverständlich enthält Rhabarber auch noch viele andere Vitamine und Mineralstoffe. Er ist für eine Entschlackungskur hervorragend geeignet.

Neben all den gesundheitlichen Vorteilen, ist Rhabarber auch noch äußerst kalorienarm. Er hat auf 100g folgende ca. Nährwerte: 10 kcal, 0,6g Eiweiß, 1,3g KH, 0,1g Fett

Bei vorhandenen Magen- oder Nierenproblemen sollte man beim Genuss von Rhabarber Vorsicht walten lassen. Ebenso, wenn man zu Durchfall neigt. Dies liegt an der Oxalsäure. Wird Rhabarber zusammen mit Milchprodukten verzehrt, neutralisiert jedoch das Calcium in den Milchprodukten weitestgehend die Säure.

Von Rhabarber werden die Stängel verzehrt. Die Blattansätze und die Blätter sind giftig. Rhabarber sollte nicht mit Alufolie oder Metallgefäßen in Berührung kommen, da sich die Säuren mit dem Metall verbinden und so giftige Stoffe entstehen können.

Je sorgfältiger der Rhabarber geschält wird, je weniger "sauer" schmeckt er. Die Säure sitzt hauptsächlich in der äußeren Schicht der Stängel. Oftmals wird empfohlen, die Fäden der Schale nicht nur mit einem Küchenmesser abzuziehen, sondern den Rhabarber mit einem Spargelschäler zu schälen.

Gegen den sauren Geschmack hilft es ebenfalls, Natron dem Rhabarber hinzuzufügen. Beim Kochen eines Kompotts wäre hierfür eine Messerspitze Natron auf 1 kg Rhabarber zu empfehlen.  Durch die Zugabe von Natron wird auch weniger Süßungsmittel benötigt.

Desweiteren kann man beim Kochen eines Rhabarberkompotts auch süßere Früchte (Bananen, süße Äpfel, Sultaninen...) hinzugeben. Dies funktioniert auch beim Backen eines Kuchens.

Genießt man den Rhabarber zusammen mit Milchprodukten, gleichen diese die Säure zum Teil aus. Dabei werden allerdings Calciumsalze gebildet. Diese stellen aber für gesunde Menschen kein Problem dar. Vom Genuss des Rhabarbers mit Milchprodukten kann es auch zu dem stumpfen, pelzigen Gefühl an den Zähnen kommen. Dies verschwindet wieder, wenn man sich die Zähne putzt. Allerdings sollte man zwischen dem Essen und dem Putzen der Zähne mindestens 30 Minuten verstreichen lassen.

Kommentare:

  1. Rhabarber ist auch bei Gallenleiden mit Vorsicht zu genießen, wie ich aus Erfahrung berichten kann :\

    Früher hab ich ihn geliebt, verbotenerweise am Liebsten roh ;)

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    1. Hallo Shiri,

      danke für den Hinweis.

      Hoffe, Du hattest schöne und erholsame Pfingsttage. Hab auf Deinem Blog gelesen, dass Du weg warst.

      Schönen Dienstag wünscht Dir Tanja

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